Presse

Rezensionen

Unsere neueste Konzertkritik anlässlich der Sommerserenade am 28.08.2021, so zu lesen in DIE RHEINPFALZ vom 30.08.2021 (hier veröffentlicht mit freundlicher Genehmigung des Verfassers), auch als PDF-Version.

DIE RHEINPFALZ 30.08.2021

Mannheimer Morgen vom 14.01.2020

BEETHOVENCHOR LUDWIGSHAFEN SINGT SPÄTWERK – Missa startet Jubiläum

Immerhin: Das Beethovenjahr ist in der Region angekommen. Mit vielen Paukenschlägen, markanten Bläserattacken und einem Chorklang, der an Opulenz und Dichte kaum zu überbieten ist. Die Rede ist vom Konzert des Beethovenchores Ludwigshafen und der Deutschen Staatsphilharmonie Rheinland-Pfalz, die unter der Leitung von Tristan Meister im Pfalzbau Beethovens Missa solemnis zur Aufführung brachten. Der Chor ist stark. Gleich im Kyrie vermischten sich weiche Chorpassagen mit beseelten solistischen Zwischenrufen, Meister dirigierte das klug koordiniert, selbst im Credo zeigte sich der Chor im Sopran in stratosphärischen Höhen bis hinauf zum b’’ weitgehend auf der Höhe. Beeindruckend. Die Männer sind zahlenmäßig zwar deutlich unterrepräsentiert, man hörte es aber kaum, im Gegenteil: Die Einsätze besonders im Tenor hatten durchaus auch Konkretion und Attacke. Insgesamt eine gute und nicht selbstverständliche Leistung des Amateurchores.

 

Rheinpfalz vom 14.01.2020

Ludwigshafener Beethovenchor mit Missa Solemnis im Pfalzbau

Einer exorbitanten künstlerischen Aufgabe hat sich der Beethovenchor Ludwigshafen mit seinem jüngsten Großprojekt gestellt. In einer gemeinsamen Aktion mit der Deutschen Staatsphilharmonie Rheinland-Pfalz führte er im Ludwigshafener Pfalzbau unter Tristan Meisters Leitung ein unerhört anspruchsvolles Gipfelwerk des geistlichen Repertoires auf, Beethovens Missa Solemnis. Vorab: die Bilanz des Unterfangens fiel eindeutig positiv aus. Die Herausforderung wurde also bestanden. Beethovens Messe – von ihren Dimensionen her von vornherein eher für den Konzertsaal als für den liturgischen Rahmen geeignet – erfuhr im Wesentlichen eine sehr schlüssige, spannungsgeladene Wiedergabe, bei welcher der Ausdruck vom ersten bis zum letzten Ton groß geschrieben wurde. Einen entscheidenden Teil daran hatte der sehr überlegen disponierende junge Dirigent Tristan Meister, musikalischer Leiter des Beethovenchors. Er imponierte durch große Übersicht über die vielschichtigen Abläufe von Beethovens monumentaler Komposition und führte den Apparat durchweg mit sicherer Hand und reaktionsschnell, bei stets deutlicher Zeichengebung und wachem Gespür fürs musikalische Detail. Mit Nachdruck sprach für Meisters Lesart der Partitur auch die durchweg klare Linienführung, welche die komplexen mehrstimmigen Strukturen der Komposition konsequent verfolgte und das polyphone Stimmgeflecht klar aufschlüsselte. Allen voran jenes der beiden großen Fugen, „In Gloria Dei patris“ und „Et vitam venturi saeculi“, die das Gloria beziehungsweise das Credo abschließen. Nicht zu vergessen außerdem die geheimnisvollen Töne des Credo. Mit anderen Worten: Meister profilierte sich als authentischer spiritus rector der Beethoven-Produktion. Zu Recht wurde er am Ende der Aufführung im Pfalzbau-Konzertsaal von Publikum, Chor, Orchester und den Mitwirkenden gefeiert. Hervorzuheben sind zudem der ebenso sonore wie homogene Klang, für den der Beethovenchor diesmal einstand, und das gepflegte, kompakte, im Ausdruck stets intensive Zusammenspiel der Staatsphilharmonie.