Chorproben immer Mittwoch von 19:45 - 22:00 Uhr - Neue Sängerinnen und Sänger sind jederzeit herzlich willkommen
Sängerinnen und Sänger, die bei einem unserer Projekte mitmachen möchten, melden sich bei Claudia Joerger, Vorstand des Beethovenchores Email vorstand@beethovenchor-lu.de oder Eckart Meyer, Webmaster des Beethovenchores Telefon 06202/40 94 694 Email webmaster@beethovenchor-lu.de Anmerkung: Kopieren Sie die obige Emailadresse und fügen diese in das Adressfeld einer neuen Email ein oder notieren Sie sich die Emailadresse, da diese zur Vermeidung von SPAM kein anklickbarer Link ist)
Projekte
12. Januar 2020 18 Uhr Pfalzbau Ludwigshafen (Konzertsaal) Festliches Konzert zum Beginn des Beethovenjahres Ludwig van Beethoven Missa solemnis für Soli, Chor und Orchester Yasmin Özkan - Hanna Roos Robert Franke - Manfred Bittner Deutsche Staatsphilharmonie Rheinland-Pfalz Musikalische Leitung: Tristan Meister „Mein größtes Werk ist eine große Messe, welche ich ohnlängst geschrieben habe.“ So beschrieb Ludwig van Beethoven 1822 die Fertigstellung seiner Missa solemnis in einem Brief an seinen ehemaligen Schüler Ferdinand Ries und wiederholt diese Einschätzung im Laufe der nächsten Jahre mehrmals gegenüber Freunden, Bekannten und Verlegern. Insgesamt vier Jahre arbeitete er an seiner zweiten Messvertonung, die ursprünglich anlässlich der Inthronisation seines Freundes und Förderers Erzherzog Rudolph zum Erzbischof von Olmütz uraufgeführt werden sollte. Dieser Termin im Jahr 1820 konnte aber nicht eingehalten werden, da die innige Beschäftigung Beethovens mit dem Messtext eine deutlich größere Dimension angenommen hatte als zunächst geplant. So konnte er erst Ende des Jahres 1822 eine autographe Partitur vorlegen, deren Erstdruck er – auch teilweise schon lange vor der Fertigstellung der Messe – mehreren Verlegern anbot. Den Zuschlag für die Erstausgabe erhielt schließlich der Schott-Verlag in Mainz, der aufgrund verschiedener Verzögerungen das Werk allerdings erst im Frühjahr 1827 herausgeben konnte – kurz nach Beethovens Tod und daher ohne einen Korrekturdurchgang des Komponisten.Die Uraufführung der Messe war zwischenzeitlich für Weihnachten 1823 angesetzt worden, musste aber aufgrund der zeitaufwendigen Einstudierung der sehr anspruchsvollen Chorpartien auf den 7. April 1824 verschoben werden. Sie fand nicht etwa in einem sakralen Rahmen, sondern im Konzertsaal der Philharmonischen Gesellschaft St. Petersburg statt. Aufgrund ihrer ausladenden Dimension sind Aufführungen der Messe im gottesdienstlichen Rahmen damals und heute absolute Seltenheit. Dennoch schrieb Beethoven, es sei für ihn „bey der Bearbeitung dieser großen Messe“ die Hauptsache gewesen, „sowohl bei den Singenden als Zuhörenden religiöse Gefühle zu erwecken und dauernd zu machen“. Dieses Ziel erreicht der ausgesprochen religiöse Komponist mit Bravour: Schon das „Kyrie“ versetzt den Zuhörer in eine feierliche Grundstimmung, die durch das kontrapunktisch angelegte „Christe eleison“ mit Erinnerungen an Messvertonungen Alter Meister verbunden wird. Das fast stürmisch beginnende „Gloria“ hingegen lässt Beethovens Freude an dem Lobpreis Gottes verspüren. Ganz in kirchenmusikalischer Tradition beendet er diesen Satz mit einer ersten groß angelegten Fuge, die in eine gesteigerte Variation des ersten Teils mündet.Das sicherlich größte Meisterstück der Missa solemnis stellt die Vertonung des „Credo“ dar. Hier zeigt Beethoven seine großen Einfallsreichtum und seine unfassbare Vorstellung eines teils unfassbaren Textes. So sticht z.B. das „Et in carnatus est“, das hier ganz bewusst nicht solistisch, sondern mit einem kurzen, ergreifenden Chortenor-Solo ausgeführt wird, nach einem feierlichen Beginn, besonders heraus. Jedem, der Beethovens Chorwerken Unsanglichkeit vorwirft, sei diese Stelle ans Herz gelegt. Auch das „Crucifixus“, das die Kreuzanschläge deutlich anklingen lässt oder das „Et ascendit in coelum“, das Chor, Orchester und Publikum in eine ausgelassene Feierstimmung versetzt, sind eindringliche Zeugnisse von Beethovens intensiver Beschäftigung mit dem Messtext. Die abschließende Fuge „Et vitam venturi saeculi“ führt die Ausführenden bis an die Grenzen des Möglichen, was letztlich auch einen textlichen Hintergrund haben dürfte: Auch hier wird dem Glaubenden etwas abverlangt, das nahezu unvorstellbar ist: Das Leben in der kommenden Welt.Außergewöhnlich ist auch das Violinsolo im Benedictus, das schon bei den ersten Aufführungen als „Gang des Himmelsboten“ beschrieben wurde und auf das Herabkommen des Gottessohns anspielen dürfte. Das Agnus Dei und vor allem das „Dona nobis pacem“, zu dem Beethoven anmerkte: „Bitte um innern u. äußern Frieden“, erscheinen vor dem Hintergrund der unsicheren Friedenssituation dieser Zeiten umso eindringlicher. Beethoven war 1809 bei der Belagerung Wiens durch die napoleonischen Truppen von deren Kanonen dermaßen erschüttert, dass er zeitlebens von einem ausdrücklichen Friedenswillen geprägt wurde. Als Erinnerung an diese Zeiten sind im letzten Satz der Messe zweimal Kriegsmusiken zu hören – kurz vor Schluss nur noch als Erinnerung aus der Ferne im pianissimo der Pauke – bevor die Messe versöhnlich und in Anbetracht ihres Ausmaßes fast schlicht zu Ende geht. (Tristan Meister) 21. Juni 2020 Pfalzbau Ludwigshafen (Theatersaal) Ludwig van Beethoven Ouverture C-Dur Messe Chorfantasie Jan Wilke - Uraufführung eines Auftragswerkes mit Bezug auf Ludwig van Beethoven Sinfonieorchester der Musikschule Ludwigshafen Musikalische Leitung: Tristan Meister Angelika Lenter, Sopran Pauline Jorden, Alt Thomas Jakobs, Tenor Johannes Hill, Bass Ludwig van Beethoven „C-Dur Messe“ op. 86 Die Messe wurde von Ludwig van Beethoven von März bis August 1807 im Auftrag von Fürst Nikolaus II v. Esterhazy zum Namenstag von dessen Frau Maria Josepha Hermengilde von Lichtenstein geschrieben. Beethoven stand zur Zeit der Komposition seiner ersten Messvertonung unter dem Vorbild der von seinem Lehrer Joseph Haydn komponierten Messen, die er als »unnachahmliche Meisterstücke« ansah und während seiner Kompositionsarbeit auch studierte. Dies findet seinen Ausdruck darin, dass Beethovens Skizzen zum Gloria seiner C-Dur-Messe, wie im Jahre 1991 der Musikwissenschaftler McGrann und unabhängig von ihm auch Alan Tyson entdeckte, auch zwei Stellen aus Haydns Schöpfungsmesse enthalten. Die Messe wurde am 13. September 1807 in Eisenstadt uraufgeführt. Da dem Fürsten die Messe nicht zusagte, widmete Beethoven sie bei der Drucklegung dem Fürsten Kinsky. Teile der Messe wurden am 22. Dezember 1808 im Theater an der Wien aufgeführt. (An diesem Abend wurden daneben noch die 5. Sinfonie, die 6. Sinfonie, das 4. Klavierkonzert sowie die Chorfantasie op.80 uraufgeführt). Beethoven distanzierte sich mit dieser Messe von den traditionellen Messvertonungen und behandelte den Text nach eigener Angabe so, „wie er noch wenig behandelt worden“. Die berühmteste Messe von Beethoven wurde allerdings dann die Missa solemnis . Ludwig van Beethoven „Chorfantasie“ op. 80 Beethovens Chorfantasie ist in ihrer Kombination aus menschlicher Stimme, Klavier und Orchester ein Unikat. Die weit gespannte Klaviereinleitung gibt wahrscheinlich einen Eindruck von Beethovens eigenem Improvisieren, mit dem er in jungen Jahren die Wiener High Society bezauberte. Erst ganz am Schluss treten die Sänger dazu. Das Chorfinale mag ein wenig an Beethovens Neunte Symphonie erinnern, ohne allerdings deren Entschiedenheit zu erreichen oder auch nur anzustreben. Nicht um die Utopie einer besseren Welt geht es hier, sondern um ein Lob der Musik und des Gesangs. Beethoven schrieb die Chorphantasie op. 80 unmittelbar vor deren Uraufführung als Schluss-Stück seiner großen Akademie am 22. Dezember 1808 im Theater an der Wien. Die Klavierphantasie, mit der das Werk beginnt, improvisierte er im Konzert frei (das war sozusagen die Pointe des Auftritts). In dem mammutartigen Konzert wurden neben der Chorphantasie auch die 5. und 6. Sinfonie uraufgeführt. Außerdem standen das 4. Klavierkonzert, die Arie "Ah perfido" op. 65 und Teile der Messe op. 86 auf dem Programm. Wahrscheinlich führte auch die erdrückende Länge des Programms dazu, dass Beethoven u.a. mit der Chorphantasie den GAU, den Albtraum eines jeden Dirigenten und Komponisten erlebte: er musste sie abbrechen und neu beginnen lassen. Einerseits war die Komposition als solche sehr "pünktlich" zum Konzert fertig geworden, so dass nicht viele Proben stattgefunden hatten. Wahrscheinlich waren wegen der knappen Zeit auch die Noten hastig und fehlerhaft geschrieben worden. Das Ergebnis im Konzert war jedenfalls, dass an einer Stelle einige Instrumente auseinander gerieten. Beethoven selbst berichtet dem Verlag Breitkopf & Härtel in Leipzig am 7. Januar 1809: "Hauptsächlich waren die Musiker aufgebracht, dass indem aus Achtlosigkeit bey der einfachsten plansten Sache von der Welt gefehlt worden war, ich plötzlich stille ließ halten, und laut schrie[:] noch einmal"
Chorproben jeden Mittwoch von 19:45-22:00 Uhr Neue Sängerinnen und Sänger sind jederzeit herzlich willkommen
Sängerinnen und Sänger, die bei einem unserer Projekte mitmachen möchten, melden sich bei Claudia Joerger, Vorstand des Beethovenchores Email vorstand@beethovenchor-lu.de oder Eckart Meyer, Webmaster des Beethovenchores Telefon 06202/40 94 694 Email webmaster@beethovenchor-lu.de Anmerkung: Kopieren Sie die obige Emailadresse und fügen diese in das Adressfeld einer neuen Email ein oder notieren Sie sich die Emailadresse, da diese zur Vermeidung von SPAM kein anklickbarer Link ist)
Projekte
12. Januar 2020 18 Uhr Pfalzbau Ludwigshafen (Konzertsaal) Festliches Konzert zum Beginn des Beethovenjahres Ludwig van Beethoven Missa solemnis für Soli, Chor und Orchester Yasmin Özkan - Hanna Roos Robert Franke - Manfred Bittner Deutsche Staatsphilharmonie Rheinland-Pfalz Musikalische Leitung: Tristan Meister „Mein größtes Werk ist eine große Messe, welche ich ohnlängst geschrieben habe.“ So beschrieb Ludwig van Beethoven 1822 die Fertigstellung seiner Missa solemnis in einem Brief an seinen ehemaligen Schüler Ferdinand Ries und wiederholt diese Einschätzung im Laufe der nächsten Jahre mehrmals gegenüber Freunden, Bekannten und Verlegern. Insgesamt vier Jahre arbeitete er an seiner zweiten Messvertonung, die ursprünglich anlässlich der Inthronisation seines Freundes und Förderers Erzherzog Rudolph zum Erzbischof von Olmütz uraufgeführt werden sollte. Dieser Termin im Jahr 1820 konnte aber nicht eingehalten werden, da die innige Beschäftigung Beethovens mit dem Messtext eine deutlich größere Dimension angenommen hatte als zunächst geplant. So konnte er erst Ende des Jahres 1822 eine autographe Partitur vorlegen, deren Erstdruck er – auch teilweise schon lange vor der Fertigstellung der Messe – mehreren Verlegern anbot. Den Zuschlag für die Erstausgabe erhielt schließlich der Schott-Verlag in Mainz, der aufgrund verschiedener Verzögerungen das Werk allerdings erst im Frühjahr 1827 herausgeben konnte – kurz nach Beethovens Tod und daher ohne einen Korrekturdurchgang des Komponisten.Die Uraufführung der Messe war zwischenzeitlich für Weihnachten 1823 angesetzt worden, musste aber aufgrund der zeitaufwendigen Einstudierung der sehr anspruchsvollen Chorpartien auf den 7. April 1824 verschoben werden. Sie fand nicht etwa in einem sakralen Rahmen, sondern im Konzertsaal der Philharmonischen Gesellschaft St. Petersburg statt. Aufgrund ihrer ausladenden Dimension sind Aufführungen der Messe im gottesdienstlichen Rahmen damals und heute absolute Seltenheit. Dennoch schrieb Beethoven, es sei für ihn „bey der Bearbeitung dieser großen Messe“ die Hauptsache gewesen, „sowohl bei den Singenden als Zuhörenden religiöse Gefühle zu erwecken und dauernd zu machen“. Dieses Ziel erreicht der ausgesprochen religiöse Komponist mit Bravour: Schon das „Kyrie“ versetzt den Zuhörer in eine feierliche Grundstimmung, die durch das kontrapunktisch angelegte „Christe eleison“ mit Erinnerungen an Messvertonungen Alter Meister verbunden wird. Das fast stürmisch beginnende „Gloria“ hingegen lässt Beethovens Freude an dem Lobpreis Gottes verspüren. Ganz in kirchenmusikalischer Tradition beendet er diesen Satz mit einer ersten groß angelegten Fuge, die in eine gesteigerte Variation des ersten Teils mündet.Das sicherlich größte Meisterstück der Missa solemnis stellt die Vertonung des „Credo“ dar. Hier zeigt Beethoven seine großen Einfallsreichtum und seine unfassbare Vorstellung eines teils unfassbaren Textes. So sticht z.B. das „Et in carnatus est“, das hier ganz bewusst nicht solistisch, sondern mit einem kurzen, ergreifenden Chortenor-Solo ausgeführt wird, nach einem feierlichen Beginn, besonders heraus. Jedem, der Beethovens Chorwerken Unsanglichkeit vorwirft, sei diese Stelle ans Herz gelegt. Auch das „Crucifixus“, das die Kreuzanschläge deutlich anklingen lässt oder das „Et ascendit in coelum“, das Chor, Orchester und Publikum in eine ausgelassene Feierstimmung versetzt, sind eindringliche Zeugnisse von Beethovens intensiver Beschäftigung mit dem Messtext. Die abschließende Fuge „Et vitam venturi saeculi“ führt die Ausführenden bis an die Grenzen des Möglichen, was letztlich auch einen textlichen Hintergrund haben dürfte: Auch hier wird dem Glaubenden etwas abverlangt, das nahezu unvorstellbar ist: Das Leben in der kommenden Welt.Außergewöhnlich ist auch das Violinsolo im Benedictus, das schon bei den ersten Aufführungen als „Gang des Himmelsboten“ beschrieben wurde und auf das Herabkommen des Gottessohns anspielen dürfte. Das Agnus Dei und vor allem das „Dona nobis pacem“, zu dem Beethoven anmerkte: „Bitte um innern u. äußern Frieden“, erscheinen vor dem Hintergrund der unsicheren Friedenssituation dieser Zeiten umso eindringlicher. Beethoven war 1809 bei der Belagerung Wiens durch die napoleonischen Truppen von deren Kanonen dermaßen erschüttert, dass er zeitlebens von einem ausdrücklichen Friedenswillen geprägt wurde. Als Erinnerung an diese Zeiten sind im letzten Satz der Messe zweimal Kriegsmusiken zu hören – kurz vor Schluss nur noch als Erinnerung aus der Ferne im pianissimo der Pauke – bevor die Messe versöhnlich und in Anbetracht ihres Ausmaßes fast schlicht zu Ende geht. (Tristan Meister) 21. Juni 2020 18 Uhr Pfalzbau Ludwigshafen (Theatersaal) Ludwig van Beethoven Ouverture C-Dur Messe Chorfantasie Jan Wilke - Uraufführung eines Auftragswerkes mit Bezug auf Ludwig van Beethoven Sinfonieorchester der Musikschule Ludwigshafen Musikalische Leitung: Tristan Meister Angelika Lenter, Sopran Pauline Jorden, Alt Thomas Jakobs, Tenor Johannes Hill, Bass Ludwig van Beethoven „C-Dur Messe“ op. 86 Die Messe wurde von Ludwig van Beethoven von März bis August 1807 im Auftrag von Fürst Nikolaus II v. Esterhazy zum Namenstag von dessen Frau Maria Josepha Hermengilde von Lichtenstein geschrieben. Beethoven stand zur Zeit der Komposition seiner ersten Messvertonung unter dem Vorbild der von seinem Lehrer Joseph Haydn komponierten Messen, die er als »unnachahmliche Meisterstücke« ansah und während seiner Kompositionsarbeit auch studierte. Dies findet seinen Ausdruck darin, dass Beethovens Skizzen zum Gloria seiner C-Dur-Messe, wie im Jahre 1991 der Musikwissenschaftler McGrann und unabhängig von ihm auch Alan Tyson entdeckte, auch zwei Stellen aus Haydns Schöpfungsmesse enthalten. Die Messe wurde am 13. September 1807 in Eisenstadt uraufgeführt. Da dem Fürsten die Messe nicht zusagte, widmete Beethoven sie bei der Drucklegung dem Fürsten Kinsky. Teile der Messe wurden am 22. Dezember 1808 im Theater an der Wien aufgeführt. (An diesem Abend wurden daneben noch die 5. Sinfonie, die 6. Sinfonie, das 4. Klavierkonzert sowie die Chorfantasie op.80 uraufgeführt). Beethoven distanzierte sich mit dieser Messe von den traditionellen Messvertonungen und behandelte den Text nach eigener Angabe so, „wie er noch wenig behandelt worden“. Die berühmteste Messe von Beethoven wurde allerdings dann die Missa solemnis . Ludwig van Beethoven „Chorfantasie“ op. 80 Beethovens Chorfantasie ist in ihrer Kombination aus menschlicher Stimme, Klavier und Orchester ein Unikat. Die weit gespannte Klaviereinleitung gibt wahrscheinlich einen Eindruck von Beethovens eigenem Improvisieren, mit dem er in jungen Jahren die Wiener High Society bezauberte. Erst ganz am Schluss treten die Sänger dazu. Das Chorfinale mag ein wenig an Beethovens Neunte Symphonie erinnern, ohne allerdings deren Entschiedenheit zu erreichen oder auch nur anzustreben. Nicht um die Utopie einer besseren Welt geht es hier, sondern um ein Lob der Musik und des Gesangs. Beethoven schrieb die Chorphantasie op. 80 unmittelbar vor deren Uraufführung als Schluss-Stück seiner großen Akademie am 22. Dezember 1808 im Theater an der Wien. Die Klavierphantasie, mit der das Werk beginnt, improvisierte er im Konzert frei (das war sozusagen die Pointe des Auftritts). In dem mammutartigen Konzert wurden neben der Chorphantasie auch die 5. und 6. Sinfonie uraufgeführt. Außerdem standen das 4. Klavierkonzert, die Arie "Ah perfido" op. 65 und Teile der Messe op. 86 auf dem Programm. Wahrscheinlich führte auch die erdrückende Länge des Programms dazu, dass Beethoven u.a. mit der Chorphantasie den GAU, den Albtraum eines jeden Dirigenten und Komponisten erlebte: er musste sie abbrechen und neu beginnen lassen. Einerseits war die Komposition als solche sehr "pünktlich" zum Konzert fertig geworden, so dass nicht viele Proben stattgefunden hatten. Wahrscheinlich waren wegen der knappen Zeit auch die Noten hastig und fehlerhaft geschrieben worden. Das Ergebnis im Konzert war jedenfalls, dass an einer Stelle einige Instrumente auseinander gerieten. Beethoven selbst berichtet dem Verlag Breitkopf & Härtel in Leipzig am 7. Januar 1809: "Hauptsächlich waren die Musiker aufgebracht, dass indem aus Achtlosigkeit bey der einfachsten plansten Sache von der Welt gefehlt worden war, ich plötzlich stille ließ halten, und laut schrie[:] noch einmal"